Das sind große Worte, vor allem vor dem Hintergrund, dass interne Quellen von einer Videokonferenz auf höchster Ebene berichtet haben, in der Iger mit Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy alles andere als zimperlich umgegangen sein soll.
Weniger ist mehr?
Bislang schmiedete Bob Iger große und vor allem weitreichende Pläne: Es seien „Star Wars“-Filme für mindestens 15 weitere Jahre in Planung, darunter Spin-offs und neue Trilogien, und die Taktung solle im Idealfall einen Film pro Jahr betragen. Von diesem ehrgeizigen Vorhaben will der Disney-Boss nun ablassen: „Ihr könnt erwarten, dass wir ein wenig auf die Bremse treten, aber das heißt nicht, dass wir keine Filme mehr machen. J.J. Abrams ist gerade dabei, ‚Episode IX‘ zu machen. Wir haben kreative Einheiten, darunter auch David Benioff und D.B. Weiss [die Showrunner von ‚Game Of Thrones‘], die eigenständige Sagas entwickeln, über die wir uns noch nicht genauer geäußert haben. Und wir sind jetzt gerade an dem Punkt, an dem wir anfangen zu entscheiden, was nach J.J. Abrams‘ Film als nächstes kommt. Aber ich denke, wir werden etwas vorsichtiger sein bezüglich Umfang und Timing. Und dafür übernehme ich die Verantwortung.“
Explizit nicht erwähnt wird hier Rian Johnsons Trilogie. Sollte Disney eventuell auf seine Fans gehört haben, die die Episode 8 vielfach ablehnen? Ebenfalls nicht genannt wird die TV-Real-Serie, die von Jon Favreau gemacht werden soll. Wobei Igor sich im Interview nur auf das Kino bezieht.
Dass Iger aber nun erklärte, für die Zeit nach „Star Wars 9“ beginne man erst jetzt, Entscheidungen zu treffen, könnte zum einen bedeuten, dass man 2020 erst einmal mit „Star Wars“ pausiert, zum anderen aber auch, dass man erst einmal kein Spin-off mehr ins Kino bringt – denn mit den sogenannten „Star Wars Stories“ gewann Disney bislang keinen Blumentopf. Dies ist zu diesem Zeitpunkt allerdings reine Spekulation.
Sicher ist also erst einmal nur eines: Der noch unbetitelte „Star Wars 9“ von J.J. Abrams kommt am 19. Dezember 2019 ins Kino.
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Über elf Milliarden Dollar haben die von ihr produzierten Filme – darunter unter anderem „E.T.“, „Schindlers Liste“, die Indiana Jones-Reihe und eben auch die neuen Star Wars-Filme – an den Kinokassen eingespielt. Dass sie jetzt an der Spitze von Lucasfilm und damit bei „Star Wars“ mitreden kann, verdankt sie dem Schöpfer des ganzen Kults – George Lucas. Der hatte Kennedy zu seiner Nachfolgerin ernannt und seine Firma Lucasfilm für vier Milliarden Dollar an die Walt Disney Company verkauft.
Aus Sicht der Hardcore-Anhänger hätte er auch gleich nordkoreanische Investoren und islamistische Terroristen mit ins Boot holen können – der Image-Schaden wäre ähnlich gewesen. Doch Lucas, der die Gefahren plötzlicher cineastischer Allmacht und künstlerischer Hybris sehr gut kennt, dachte sich wahrscheinlich Folgendes: So bescheiden, effizient und mit Gespür für Erfolg, wie sie Steven Spielberg immer den Weg geebnet hat, wird Kennedy auch meinem „Star Wars“-Universum dienen, das kostbare Erbe sichern und verteidigen.
Auch wenn viele Fans das vielleicht nicht so wie Lucas sehen – genau das macht Kennedy. Die Oberchefin tritt immer wieder vor das Lichtschwerter schwingende Fanpublikum, das natürlich Angst um die „Star Wars“-Legende hat. Und wiederholt dann mit ihrem mädchenhaften Lachen eine halbe Stunde lang so oft die Stichworte „Wir“, „Team“ und „Respekt“, dass sie am Ende ihres Auftritts nicht nur keine Buh-Rufe, sondern Standing Ovations bekommt, ohne irgendetwas Nennenswertes über sich selbst oder „Star Wars“ erzählt zu haben. Auf solche Rhetorik-Künste wäre jeder Sektenführer neidisch.
Der Star Wars Stammtisch Aachen gratuliert recht herzlich“!